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ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
KrÀftesystem
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
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Das KrĂ€ftesystem (auch Kraftsystem oder Kraft-/KrĂ€ftegruppe) ist ein Begriff aus der Mechanik, der ein System von mechanischen Wechselwirkungen zwischen Körpern bezeichnet. Bei der Analyse von KrĂ€ftesystemen kann es darum gehen, unbekannte KrĂ€fte im System zu berechnen, das KrĂ€ftesystem in ein einfacheres, gleichwertiges zu ĂŒberfĂŒhren, was weitere Analysen erleichtert, oder die durch die KrĂ€fte bewirkten Beschleunigungen der beteiligten Körper zu ermitteln. Die Analyse allgemeiner KrĂ€ftesysteme ist ohne den Begriff des Drehmoments nicht möglich.
Im Maschinenbau und in der Baustatik ist die Kenntnis der Belastungen fĂŒr die Dimensionierung von Objekten unabdingbar. Zur Auslegung von Fahrwerken beispielsweise werden die KrĂ€ftesysteme in den verschiedenen BewegungszustĂ€nden durch Mehrkörpersimulation berechnet, was dann die fahrdynamischen Eigenschaften und die Belastungen des Fahrwerks zu bewerten gestattet.
Contents
âą Einzelkraft
âą Siehe auch
âą Einzelnachweise
âą Literatur
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Innere, Ă€uĂere und ReaktionskrĂ€fte
KrĂ€fte sind nach dem Prinzip Actio und Reactio immer Wechselwirkungen zwischen Körpern, in Abb. 1 zwischen Hang und Auto. Ăbt ein Körper K 1 {\displaystyle K_{1}} auf den anderen K 2 {\displaystyle K_{2}} eine Kraft F {\displaystyle F} aus, dann tut dies der andere auch auf ersteren:
â» â» K 1 â â F â â F â» â» K 2 {\displaystyle {\stackrel {K_{1}}{\square }}\,{\stackrel {F}{\leftarrow }}\quad {\stackrel {F}{\rightarrow }}\,{\stackrel {K_{2}}{\square }}}
Beide KrĂ€fte haben dieselbe Wirkungslinie und sind entgegengesetzt gleich groĂ. KrĂ€fte können bei Kontakt oder berĂŒhrungslos durch Massenanziehung und Magnetismus ausgeĂŒbt werden. Die KrĂ€fte zwischen zum System gehörenden Körpern werden innere KrĂ€fte genannt und heben sich in der Summe sĂ€mtlich gegenseitig auf. Daneben gibt es Wechselwirkungen zwischen Körpern, die zum System gehören, und solchen, die nicht zum System gehören. Dies sind von auĂen angreifende oder Ă€uĂere KrĂ€fte und sie treten im System immer nur einfach auf, beispielsweise als Zwangskraft oder eingeprĂ€gte Kraft.
Körper können durch die Kraftwirkung ihren Bewegungszustand Ă€ndern und/oder sich verformen. Zur Ermittlung der KrĂ€fte wird der Körper aus seiner Umgebung freigeschnitten. Die SchnittfĂŒhrung muss immer am Originalsystem erfolgen und so wie in Abb. 1 geschlossen sein.
Definition, Lageplan und KrÀfteplan
Da KrĂ€fte auch Drehmomente verursachen, ist ein KrĂ€ftesystem K S {\displaystyle KS} erst durch Angabe aller (n) KrĂ€fte F â â 1 , ⊠⊠, n {\displaystyle {\vec {F}}_{1,\dots ,n}} zusammen mit ihren Kraftangriffspunkten r â â 1 , ⊠⊠, n {\displaystyle {\vec {r}}_{1,\dots ,n}} eindeutig festgelegt:
K S := { ( F â â i , r â â i ) , i = 1 , ⊠⊠, n } {\displaystyle KS:=\{({\vec {F}}_{i},{\vec {r}}_{i}),i=1,\ldots ,n\}}
Im maĂstĂ€blichen Lageplan werden die KrĂ€fte so eingezeichnet, wie sie im System angreifen, siehe Abb. 2. Der Lageplan entspricht einem maĂstĂ€blichen Freikörperbild des Systems. Im KrĂ€fteplan werden die KrĂ€fte mittels eines MaĂstabs mit der Dimension LĂ€nge pro Krafteinheit graphisch zum KrĂ€ftepolygon zusammengesetzt. Die im KrĂ€fteplan ermittelte resultierende Kraft F R {\displaystyle F_{R}} wird in den Lageplan ĂŒbertragen. Weil diese im Bild hangaufwĂ€rts weist, wird das Auto beschleunigen.
Grundaufgaben der Statik
Die Grundaufgaben der Statik sind die Reduktion auf eine resultierende Kraft und ein resultierendes Moment, Bestimmung des Gleichgewichts von KrÀftesystemen und die Zerlegung einer Kraft.
Bei der Reduktion geht es darum, ein KrÀftesystem rechnerisch oder graphisch zu vereinfachen. Es zeigt sich, dass jedes KrÀftesystem in seiner Wirkung auf einen starren Körper Àquivalent ist zu einer resultierenden Kraft mit einem bestimmten Angriffspunkt und einem resultierenden Moment:
â â i = 1 n F â â i = F â â R und â â i = 1 n ( r â â i â â c â â ) Ă Ă F â â i = M â â c R . {\displaystyle \sum _{i=1}^{n}{\vec {F}}_{i}={\vec {F}}_{R}\quad {\text{und}}\quad \sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{i}={\vec {M}}_{cR}.}
Die resultierende Kraft und das resultierende Moment bilden zusammen die Dyname.
Ein Körper ist im Gleichgewicht, wenn er in Ruhe verharrt oder seinen Bewegungszustand beibehĂ€lt, was Bedingungen an das an ihm angreifende KrĂ€ftesystem stellt: In einem Gleichgewichtssystem verschwinden die resultierende Kraft und das resultierende Moment. FrĂŒhercite-ref-egerer-1-0[1] wurde dies erster und zweiter Hauptsatz der Statik starrer Körper genannt. Ein KrĂ€ftesystem, das einen Körper im Gleichgewicht belĂ€sst, ist ein âGleichgewichtssystemâ oder eine âGleichgewichtsgruppe.â Solche Systeme Ă€ndern das Gleichgewicht oder die Wirkung des KrĂ€ftesystems auf einen starren Körper nicht und dĂŒrfen entsprechend zu einem KrĂ€ftesystem hinzugefĂŒgt oder aus ihm entfernt werden.
Die Zerlegung von KrĂ€ften ist der umgekehrte Vorgang zur Bestimmung der Resultierenden. Eine Kraft wird zerlegt in Komponenten, deren Resultierende die Kraft selbst ist. Praktisch ist die Zerlegung in paarweise zueinander senkrechte Komponenten, was analytisch auf die Darstellung des Kraftvektors bezĂŒglich einer Orthonormalbasis hinaus lĂ€uft.
Nur fĂŒr die Analyse der Wirkung auf starre Körper oder Gleichgewichtsbetrachtungen an deformierbaren Körpern dĂŒrfen KrĂ€fte gedanklich hinzugefĂŒgt, abgezogen oder verschoben werden. Wenn die Schnittreaktionen und die Deformation von Körpern aufgrund der eingeprĂ€gten KrĂ€fte interessieren, dann dĂŒrfen die KrĂ€fte nicht verĂ€ndert werden, siehe Abb. 3. Nur das Zerlegen in Komponenten oder das Zusammenfassen in einem Punkt angreifender KrĂ€fte zu einer Resultierenden, siehe unten, ist immer statthaft.
Statische Ăquivalenz
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Hauptartikel
:
Statische Ăquivalenz
Zwei KrĂ€ftesysteme, die an einem Starrkörper angreifen, sind statisch Ă€quivalent, wenn sie bei beliebigen Starrkörperbewegungen der Kraftangriffspunkte die gleiche Leistung erbringencite-ref-2[2]. Die Leistungen einer Kraft F â â {\displaystyle {\vec {F}}} und eines Moments M â â {\displaystyle {\vec {M}}} sind:
L F := F â â â
â
v â â bzw. L M := M â â â
â
Ï Ï â â {\displaystyle L_{F}:={\vec {F}}\cdot {\vec {v}}\quad {\text{bzw.}}\quad L_{M}:={\vec {M}}\cdot {\vec {\omega }}}
Darin ist v â â {\displaystyle {\vec {v}}} die Geschwindigkeit des Kraftangriffspunkts am Starrkörper und Ï Ï â â {\displaystyle {\vec {\omega }}} die Winkelgeschwindigkeit des Starrkörpers. Die Idee hinter dieser Definition ist, dass wenn sich ein ruhender Körper irgendwie in Bewegung setzt, beispielsweise weil ein Lager versagt, an ihn angreifende KrĂ€ftesysteme statisch Ă€quivalent sind, wenn jedes System bei jeder solchen hypothetischen Bewegung dieselbe Energie pro Zeitspanne (Leistung) in den Körper einbringt. Die in der Technik weit verbreitete Annahme kleiner Verformungen eines Körpers beinhaltet, dass seine Bewegungen zumindest anfĂ€nglich Starrkörperbewegungen sind.
Es zeigt sich: Zwei KrĂ€ftesysteme sind genau dann statisch Ă€quivalent, wenn ihre resultierende Kraft und ihr resultierendes Moment bezĂŒglich eines beliebigen Bezugspunkts gleich sind.
Analytisch heiĂt das, dass die KrĂ€ftesysteme
K S a := { ( F â â i a , r â â i a ) , i = 1 , ⊠⊠, n } und K S b := { ( F â â i b , r â â i b ) , i = 1 , ⊠⊠, m } {\displaystyle KS^{a}:=\{({\vec {F}}_{i}^{a},{\vec {r}}_{i}^{a}),i=1,\ldots ,n\}\quad {\text{und}}\quad KS^{b}:=\{({\vec {F}}_{i}^{b},{\vec {r}}_{i}^{b}),i=1,\ldots ,m\}}
genau dann statisch Ă€quivalent sind, wenn fĂŒr jeden Bezugspunkt c â â {\displaystyle {\vec {c}}} gilt:
â â i = 1 n F â â i a = â â i = 1 m F â â i b und â â i = 1 n ( r â â i a â â c â â ) Ă Ă F â â i a = â â i = 1 m ( r â â i b â â c â â ) Ă Ă F â â i b {\displaystyle \sum _{i=1}^{n}{\vec {F}}_{i}^{a}=\sum _{i=1}^{m}{\vec {F}}_{i}^{b}\quad {\text{und}}\quad \sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}^{a}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{i}^{a}=\sum _{i=1}^{m}({\vec {r}}_{i}^{b}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{i}^{b}}
FrĂŒhercite-ref-egerer-1-1[1] wurde dies dritter Hauptsatz der Statik starrer Körper genannt.
Bearbeitung von KrÀftesystemen
Mit den in diesem Abschnitt vorgestellten anschaulichen Verfahren können KrĂ€ftesysteme graphisch in andere besser ĂŒberblickbare KrĂ€ftesysteme ĂŒberfĂŒhrt werden.
Einzelkraft
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Hauptartikel
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Kraft
Eine Einzelkraft ist das denkbar einfachste KrĂ€ftesystem, das aus einer Kraft mit Betrag und Richtung und dem Kraftangriffspunkt besteht. Der Angriffspunkt und die Richtung der Kraft bestimmt ihre Wirkungslinie, auf der die Kraft verschoben werden kann, ohne dass sich ihre Wirkung auf einen Starrkörper Ă€ndern wĂŒrde. Die Kraft ist damit ein gebundener Vektor.
KrÀfteparallelogramm
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Hauptartikel
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KrÀfteparallelogramm
Zwei am selben Punkt angreifende KrÀfte können durch eine Resultierende ersetzt werden, siehe Abb. 4. Die KrÀfte bilden zwei Seiten eines Parallelogramms (gelblich) und die resultierende Kraft ist die Diagonale des Parallelogramms (rot). Diese graphische Konstruktion entspricht analytisch der Addition der die KrÀfte reprÀsentierenden Vektoren.
Der umgekehrte Weg wird bei der Zerlegung einer Kraft in Komponenten beschritten, die parallel zu einer gewĂ€hlten Vektorraumbasis wirken und die in der Summe die Kraft selbst ergeben. Die Komponenten der Kraft sind dann analytisch die Komponenten ihres Vektors bezĂŒglich der gewĂ€hlten Basis.
Ungleiche, parallele KrÀfte
Auch zwei auf verschiedenen aber parallelen Wirkungslinien arbeitende KrÀfte, die nicht entgegengesetzt gleich groà sind, können in ihrer Wirkung auf einen Starrkörper durch eine Resultierende ersetzt werden, siehe Abb. 5.
Dazu wird eine Gleichgewichtsgruppe aus zwei sich auslöschenden, entgegengesetzt gleich groĂen KrĂ€ften mit identischer Wirkungslinie hinzugefĂŒgt (blau in Abb.5b). Die Resultierenden aus den ursprĂŒnglichen KrĂ€ften und je einer der hinzugefĂŒgten bilden ein zentrales KrĂ€ftesystem (rot) und können durch die Resultierende im Schnittpunkt ihrer Wirkungslinien ersetzt werden (grĂŒn in Abb. 5c).
KrÀftepaar und Drehmoment
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Hauptartikel
:
KrÀftepaar
Ein KrĂ€ftepaar ist ein KrĂ€ftesystem, das aus zwei entgegengesetzt gleich groĂen KrĂ€ften F {\displaystyle F} besteht, deren Wirkungslinien gemÀà dem Schema
F â â â” â” a â¶ â¶ â â F {\displaystyle F\uparrow \;\longleftarrow a\longrightarrow \;\downarrow F}
in einem Abstand a {\displaystyle a} parallel verlaufen. Die Summe der beiden KrÀfte ist zwar der Nullvektor, aber die KrÀfte bewirken ein Moment M {\displaystyle M} , das senkrecht zu der Ebene, die von den beiden Wirkungslinien definiert wird, arbeitet und betraglich gleich dem Produkt aus dem Abstand zwischen den Wirkungslinien und einer der KrÀfte ist:
M = a â
â
F {\displaystyle M=a\cdot F} .
Ein KrÀftepaar ist in seiner Wirkung auf einen Starrkörper zu diesem Moment gleichwertig. Das KrÀftepaar ist nicht durch eine resultierende Kraft ersetzbar. Das KrÀftepaar hat das Bestreben einen Körper zu drehen und ist daher kein Gleichgewichtssystem.
Wie bei KrÀften kann, wie in Abb. 6 angedeutet, auch ein resultierendes KrÀftepaar konstruiert werden, indem aus den Partnern (schwarz und blau) die Resultierenden (rot) bestimmt werden, die das resultierende KrÀftepaar bilden. Diese Tatsache wird Momentensatz oder erster Varignon'scher Satz von Pierre de Varignon genannt.
Ein KrĂ€ftepaar kann frei im Raum verschoben werden, ohne dass sich seine Wirkung auf einen Starrkörper Ă€ndern wĂŒrde, siehe Abb. 7.
Dazu wird am KrÀftepaar (schwarz in Abb. 7a,b) eine Gleichgewichtsgruppe (blau in Abb. 7b) angetragen. Die Resultierenden (rot in Abb. 7b) können entlang ihrer Wirkungslinien (gestrichelt in Abb. 7b,c) verschoben werden. Zerlegung der Resultierenden in eine Gleichgewichtsgruppe (blau in Abb. 7c) und das verschobene KrÀftepaar (schwarz in Abb. 7cd) zeigt, dass die KrÀftesysteme in Abb. 7a und d Àquivalent sind. Mit dem KrÀftepaar ist auch das entsprechende Drehmoment frei verschiebbar, was auch zweiter Varignon'scher Satz genannt wird.cite-ref-3[3] Der Angriffspunkt kann bei Drehmomenten frei gewÀhlt werden, sie sind freie Vektoren.
Versetzungs- oder Versatzmoment
Eine Kraft darf entlang ihrer Wirkungslinie verschoben werden, ohne dass sich dabei ihre Wirkung auf einen starren Körper Ă€ndern wĂŒrde. Bei der Parallelverschiebung quer zur Wirkungslinie entsteht ein Versetzungs- oder Versatzmoment, siehe Abb. 8.
Durch HinzufĂŒgung eines Gleichgewichtssystems aus Kraft und entgegengesetzt gleich groĂer, auslöschender Kraft (blau in Abb. 8b) entsteht ein gleichwertiges System aus der versetzten Kraft (grĂŒn in Abb. 8c) mit Versetzungsmoment (rot in Abb. 8c).
Kraftschraube oder -winder
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Hauptartikel
:
Dyname
Mit Hilfe des Versatzmoments kann ein KrĂ€ftesystem aus einer Kraft F â â {\displaystyle {\vec {F}}} und einem beliebigen Moment M â â {\displaystyle {\vec {M}}} ĂŒberfĂŒhrt werden in ein statisch Ă€quivalentes KrĂ€ftesystem aus einer betraglich gleichen, parallelverschobenen Kraft F â â â„ â„ {\displaystyle {\vec {F}}_{\parallel }} und einem Moment M â â â„ â„ {\displaystyle {\vec {M}}_{\parallel }} , das zur Kraft parallel ist, siehe Abb. 9.
Dazu wird das Moment in ein KrĂ€ftepaar ĂŒberfĂŒhrt (rot in Abb. 9b), das zerlegt wird in ein KrĂ€ftepaar mit Kraftkomponenten senkrecht zur Kraft (blau) und parallel zur Kraft (grĂŒn). Aus letzterem KrĂ€ftepaar resultiert zusammen mit der Kraft F â â {\displaystyle {\vec {F}}} ein Kraftsystem aus zwei parallelen KrĂ€ften (grĂŒn in Abb. 9c), aus dem mit oben dargestellten Mitteln die Resultierende F â â â„ â„ {\displaystyle {\vec {F}}_{\parallel }} konstruiert wird. Diese ist betraglich gleich der ursprĂŒnglichen Kraft aber parallelverschoben. Das KrĂ€ftepaar mit den zu F â â {\displaystyle {\vec {F}}} senkrechten KrĂ€ften erzeugt ein Moment, das parallel ist zu F â â {\displaystyle {\vec {F}}} (blau in Abb. 9e). Das System aus der parallelverschobenen Kraft und dem dazu parallelen Moment ist statisch Ă€quivalent zum ursprĂŒnglichen KrĂ€ftesystem und wird Kraftwinder oder Kraftschraube genannt, die ein wichtiger Begriff in der Schraubentheorie ist.
Spezielle KrÀftesysteme
Allgemeine und rÀumliche KrÀftesysteme
Beim allgemeinen KrĂ€ftesystem arbeiten die KrĂ€fte auf beliebigen Wirkungslinien, die sich nicht alle in einem Punkt treffen mĂŒssen. Allgemeine KrĂ€ftesysteme sind im Allgemeinen also nicht zentral. Sie können rĂ€umlich oder eben, im Gleichgewicht sein oder nicht.
In rÀumlichen KrÀftesystemen arbeiten die KrÀfte in beliebigen Raumrichtungen. RÀumliche KrÀftesysteme sind im Allgemeinen also nicht eben. Sie können aber allgemein oder zentral und im Gleichgewicht sein oder nicht.
Ebenes KrÀftesystem
Im ebenen KrÀftesystem liegen die Wirkungslinien der KrÀfte alle in einer gemeinsamen Ebene. Ebene KrÀftesysteme können graphisch besonders anschaulich bearbeitet werden, wobei die oben vorgestellten Methoden angewendet werden. Bei vielen KrÀften bietet sich das Seileckverfahren an, um die Resultierende zu bestimmen.
Zentrales KrÀftesystem
Ein zentrales KrĂ€ftesystem besteht aus KrĂ€ften, deren Wirkungslinien alle durch einen Punkt P gehen. Das KrĂ€fteparallelogramm ist ein einfaches zentrales KrĂ€ftesystem. Die resultierende Kraft ist die Summe der KrĂ€fte und diese ist in ihrer Wirkung auf einen starren Körper Ă€quivalent zum zentralen KrĂ€ftesystem. BezĂŒglich des Punkts P tritt kein Drehmoment auf. Die sich paarweise auslöschenden inneren KrĂ€fte bilden besonders einfache zentrale KrĂ€ftesysteme mit verschwindender Resultierenden, die jederzeit und ĂŒberall hinzugefĂŒgt oder entfernt werden dĂŒrfen, ohne dass dies den Körper irgendwie beeinflussen wĂŒrde. Das zentrale KrĂ€ftesystem ist ein Gleichgewichtssystem, wenn die resultierende Kraft verschwindet.
Gleichgewichtssystem
Ein KrÀftesystem ist im Gleichgewicht, wenn sowohl die resultierende Kraft als auch das resultierende Moment in einem Bezugspunkt verschwinden. Gleichwertig sind in der Starrkörpermechanik die Aussagen, es wirken keine Resultierenden oder das KrÀftesystem ist statisch Àquivalent zu einem System, in dem keine KrÀfte wirken.
Graphisch werden die Resultierenden ermittelt, indem die KrĂ€fte entlang ihrer Wirkungslinien in den Bezugspunkt, gegebenenfalls unter Einbringung eines Versetzungsmoments, verschoben werden. So entsteht im Bezugspunkt eine resultierende Kraft und ein resultierendes Moment, und wenn beide der Nullvektor sind, dann ist das System im Gleichgewicht. Durch gĂŒnstige Wahl des Bezugspunkts lĂ€sst sich die Analyse oft vereinfachen.
Analytisch leiten sich sechs linear unabhĂ€ngige Gleichgewichtsbedingungen fĂŒr die Komponenten der resultierenden Kraft (KrĂ€ftegleichgewicht) und des resultierenden Moments (Momentengleichgewicht) bezĂŒglich eines Punkts s â â {\displaystyle {\vec {s}}} ab:
F â â R := â â i = 1 n F â â i = 0 â â und M â â s R := â â i = 1 n ( r â â i â â s â â ) Ă Ă F â â i = 0 â â . {\displaystyle {\vec {F}}_{R}:=\sum _{i=1}^{n}{\vec {F}}_{i}={\vec {0}}\quad {\text{und}}\quad {\vec {M}}_{sR}:=\sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}-{\vec {s}})\times {\vec {F}}_{i}={\vec {0}}.}
Sind die KrĂ€fte und Momente bezĂŒglich eines Punkts s â â {\displaystyle {\vec {s}}} im Gleichgewicht, dann verschwindet ihre Momentenresultierende auch bezĂŒglich jedes anderen Bezugspunkts c â â {\displaystyle {\vec {c}}} . Denn mit obigen Gleichgewichtsbedingungen folgt:
M â â c R := â â i = 1 n ( r â â i â â c â â ) Ă Ă F â â i = â â i = 1 n ( r â â i â â s â â + s â â â â c â â ) Ă Ă F â â i = â â i = 1 n ( r â â i â â s â â ) Ă Ă F â â i + ( s â â â â c â â ) Ă Ă â â i = 1 n F â â i = M â â s R + ( s â â â â c â â ) Ă Ă F â â R = 0 â â . {\displaystyle {\begin{aligned}{\vec {M}}_{cR}:=&\sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{i}=\sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}-{\vec {s}}+{\vec {s}}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{i}\\=&\sum _{i=1}^{n}({\vec {r}}_{i}-{\vec {s}})\times {\vec {F}}_{i}+({\vec {s}}-{\vec {c}})\times \sum _{i=1}^{n}{\vec {F}}_{i}={\vec {M}}_{sR}+({\vec {s}}-{\vec {c}})\times {\vec {F}}_{R}={\vec {0}}.\end{aligned}}}
Ein Gleichgewichtssystem kann zu einem anderen KrĂ€ftesystem hinzugefĂŒgt werden, ohne es in seinem Gleichgewicht zu stören. Wenn jedes seiner Teilsysteme im Gleichgewicht ist, dann ist auch das Gesamtsystem im Gleichgewicht.
Anwendung in der Starrkörpermechanik
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Hauptartikel
:
Starrkörperstatik
Jedes KrĂ€ftesystem kann in seiner Wirkung auf einen starren Körper durch eine in seinem Massenmittelpunkt angreifende resultierende Kraft und ein resultierendes Drehmoment ersetzt werden. Das Gesetz âKraft gleich Masse mal Beschleunigungâ und die Eulerâschen Kreiselgleichungen liefern dann sechs Differentialgleichungen, mit denen die Bewegung des Systems bestimmt werden, siehe Mehrkörpersimulation.
Die StabilitĂ€tstheorie beschĂ€ftigt sich mit der Frage, ob eine kleine LageĂ€nderung des Körpers durch das Ă€uĂere KrĂ€ftesystem angefacht oder gedĂ€mpft wird, was beispielsweise bei Schiffskörpern interessiert, siehe Bild. Das Kraftsystem aus Auftriebskraft A und Gewichtskraft G versucht die Jolle wieder in die aufrechte Lage zu bringen: Der Schiffskörper ist formstabil.
Anwendung in der Festigkeitslehre
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Hauptartikel
:
Festigkeitslehre
In der Festigkeitslehre interessieren die Belastungen der Körper, an denen das KrĂ€ftesystem angreift. An deformierbaren Körpern dĂŒrfen Kraftangriffspunkte nicht versetzt werden. Aus den Gleichgewichtsbedingungen können in statisch bestimmt gelagerten Körpern, wie im Bild, aus den bekannten eingeprĂ€gten KrĂ€ften eventuell noch unbekannte Auflagerreaktionen (grĂŒn) ausgerechnet werden. Dann liegen alle Ă€uĂeren KrĂ€fte vor und innere Schnittreaktionen können an beliebiger Stelle ermittelt werden. Materialannahmen, von denen die der linearen ElastizitĂ€t die einfachste ist, gestatten es, auf die Beanspruchung des Körpers am Ort der Schnittreaktionen zu schlieĂen und so eine Grundlage fĂŒr die Dimensionierung der Körper zu liefern.
Siehe auch
Einzelnachweise
cite-note-egerer-11. â H. Egerer: Ingenieur-Mechanik. Lehrbuch der technischen Mechanik in vorwiegend graphischer Behandlung. Band 1. Springer, Berlin, Heidelberg 1919, ISBN 978-3-662-32061-7, S. 124 (google.de [abgerufen am 3. Januar 2017]).
cite-note-22. â M. B. Sayir, J. Dual, S. Kaufmann: Ingenieurmechanik 1. Grundlagen und Statik. Springer, 2008, ISBN 978-3-8351-0018-3 (springer.com [abgerufen am 30. Dezember 2016]).
cite-note-33. â C. Hartsuijker, J. W. Welleman: Engineering Mechanics. Volume1: Equilibrium, ISBN 978-1-4020-4120-4, S. 64 (google.com).
Literatur
⹠Alfred Böge: Vieweg Handbuch Maschinenbau. Grundlagen und Anwendungen der Maschinenbau-Technik. 18. Auflage. Vieweg-Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-8348-0110-4.
⹠Rolf Mahnken: Lehrbuch der Technischen Mechanik. Grundlagen und Anwendungen. 2. Auflage. Band 1: Starrkörperstatik. Springer Vieweg, Berlin, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-662-52784-9.